Praxis Kontext in Bad Oeynhausen
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verändert
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Für Frau S. brachte die Diagnose Kehlkopfkrebs nicht nur eine psychische, sondern auch körperlich eine große Herausforderung mit sich. In ca. 40 Sitzungen wurde ihr Kehlkopf bestrahlt, welches dazu führte, dass ihre Schleimhäute sehr trocken wurden und sich der Geschmack des Essens sowie auch ihre Wahrnehmung im Mundund Rachenbereich stark veränderten.

Außerdem führte die Krebserkrankung dazu, dass sich der Kehlkopf nicht mehr ausreichend beim Schlucken heben konnte, so dass es oft zum Verschlucken kam. Frau S. wurde aufgrund der schwerwiegenden Schluckschwierigkeiten nach ihrer Erkrankung über eine PEG ernährt.

Nach einer gründlichen Untersuchung der Schluckfähigkeiten wurde mit Frau S. ein intensives Schlucktraining begonnen. Im Rahmen des Trainings wurden Schluckmanöver sowie Reinigungstechniken eingeübt. Außerdem wurden ihre Getränke angedickt. Nach mehreren Monaten Therapie konnte Frau S. bereits ohne Schwierigkeiten passierte Kost essen. Im Verlauf gelang auch das Trinken wieder unangedickt und die Portionen, die sie essen konnte, wurden größer.

Bei Abschluss der Therapie konnte die PEG Anlage wieder entfernt werden, da Frau S. bis auf wenige feste Speisen, wie Fleisch und Nüsse, wieder alles essen konnte. Wieder in Gesellschaft oder in einem Restaurant essen zu können, bedeutet für Frau S. eine große Steigerung der Lebensqualität.

Herr A. (45 Jahre alt) erlitt vor mehreren Jahren einen Verkehrsunfall. Neben zahlreichen Verletzungen des Oberkörpers, hatte er auch große Schwierigkeiten mit seiner Stimme und Aussprache. Er wurde sehr schnell heiser und war oft schwierig zu verstehen.

Außerdem war sein Gehör seit dem Unfall geschädigt und er benötigt seitdem Hörgeräte. Infolge dieser Einschränkungen fiel es ihm schwer, sich mit anderen Personen zu unterhalten, besonders am Telefon.

Um seine Stimme wieder belastbarer zu machen, trainierte Herr A. verschiedene Atemtechniken und Übungen für die Lautstärke und den Tonumfang. Auch Entspannungstechniken wurden eingesetzt. Gleichzeitig fand ein Hörtraining statt, mit dem der Patient lernen sollte, gehörte Sprache zu verarbeiten, ohne dass ein Ablesen der Wörter von den Lippen möglich ist. Dieses individuelle Übungsangebot wurde stetig durch Tipps für eine gelungene – und für Herrn A. erleichterte – Kommunikation ergänzt.

Die verschiedenen Vorgehensweisen, die Herr A. bezüglich der Stimmgebung und Aussprache sowie im Umgang mit seiner Hörstörung kennenlernte, setzte er zusätzlich zur Therapie in der Praxis in regelmäßigen Telefoneinheiten um. Seit einiger Zeit fällt es dem Patienten nun leichter zu telefonieren. Seine Verständlichkeit ist besser geworden und die Stimme hält länger durch. Auch im persönlichen Gespräch hat Herr A. inzwischen viel seltener Probleme mit Heiserkeit. Die Kommunikation mit seinen Mitmenschen ist in mehrerer Hinsicht wieder einfacher.

Die 6-jährige Jana wurde gerade in die 1. Klasse eingeschult. Ihre Eltern und nun auch die Klassenlehrerin haben festgestellt, dass sie lispelt. Beim Sprechen rutscht die Zunge immer wieder vorne zwischen den Zähnen hindurch, vor allem bei Wörtern, die viele „s“ und „z“ beinhalten.

J. fühlt sich in der Schule unwohl, weil sie anders spricht als die Mitschüler. Manchmal lachen die anderen Kinder, wenn sie etwas sagt.

Zusammen mit der Sprachtherapeutin übte Jana spielerisch die richtige Zungenposition und die richtige Artikulationsweise von „s“ und „z“. Sie hat gelernt, ihre eigene Aussprache wahrzunehmen und erfolgreich zu korrigieren. Dadurch ist ihre Sprechfreude wieder gestiegen und J. plaudert gerne mit ihren Schulfreunden.

Frau W. erlitt bereits in jungen Jahren eine Gehirnblutung und musste im Rahmen vieler Therapien und Reha-Aufenthalten nicht nur das Gehen, sondern auch das Sprechen wieder neu erlernen.

In den ersten Monaten konnte sie nur wenige einzelne Wörter herausbringen, das Schreiben und Lesen gelang nur mit größter Mühe und vielen Fehlern. Die Kommunikation mit ihrer Familie und ihren Freunden beschränkte sich deshalb auf die Kommunikation via eines Kommunikationsbuches. Im Verlauf der Therapien konnte Frau W. stetige Fortschritte erreichen. Durch ein gezieltes Sprachtraining gelang es Frau W. zunächst kurze, dann auch längere Sätze zu äußern und auch mehr und mehr die richtigen Wörter abzurufen.

Mittlerweile ist Frau W. sogar in der Lage, kurze Texte zu verfassen und versucht sich am Schreiben von kurzen SMS Nachrichten.

Herr M. erlitt in Folge eines schweren Motorradunfalls ein Schädelhirntrauma. Nach einem längeren Krankenhausaufenthalt und einer anschließenden Reha stellte er sich in unserer Praxis für eine sprachtherapeutische Diagnostik vor.

In den Testungen zeigten sich Wortfindungsstörungen sowie leichte Unsicherheiten beim Lesen und beim Schreiben und er fühlte sich im Gespräch mit Arbeitskollegen und Angehörigen verunsichert. Als Folge zog er sich immer häufiger zurück. Bei einer genaueren Untersuchung konnte beobachtet werden, dass sich besonders bei der Beschreibung von komplexen Situationen und Handlungen und beim Abruf von Fachvokabular Schwierigkeiten auftraten, die den Patienten vor allem in seinem beruflichen Alltag einschränkten.

Durch die Analyse der Tätigkeiten am Arbeitsplatz und ein gezieltes sprachliches Training erzielte Herr M. gute Fortschritte und fühlte sich in seinem Arbeitsumfeld wieder sicherer. Außerdem konnte durch ein arbeitsbezogenes Coaching die Zusammenarbeit mit den Vorgesetzten und den Kollegen gestärkt werden.

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